Energieintensive Unternehmen werden durch neuen Gesetzesentwurf zum Abschluss von PPAs verpflichtet

AUTOR: Christoph Himmelskamp

FECHA: 03.03.2020

Die spanische Regierung möchte den Gesetzesentwurf über Energieintensive Unternehmen im März bekanntgeben. Um dies zu erreichen, haben sie die Konsultationsphase eingeleitet. Der Entwurf verpflichtet energieintensive Unternehmen zum Abschluss von PPAs und enthält einen Mechanismus zur Absicherung der Finanzierung.

Energieintensive Unternehmen mit hohen Energiekosten werden dazu verpflichtet, Stromlieferverträge mit Projekten zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen (PPA) abzuschließen. Damit sollen die Unternehmen 10 % ihres Stromverbrauchs abdecken. Die PPAs sollen auf mindestens 5 Jahre befristet sein.
Zu den energieintensiven Unternehmen gehören Unternehmen mit einem Jährlichen Stromverbrauch von mindestens 1 GWh und mit einer Zugehörigkeit zu Industriesektoren, die in den Genuss von Energie- und Klimabeihilfen kommen (Anhang 3 der Leitlinien für staatliche Umweltschutz- und Energiebeihilfen 2014-2020).  In Spanien fallen etwa 612 Unternehmen in diese Kategorie, deren Stromverbrauch 17% der nationalen Nachfrage (etwa 40.000 GWh/Jahr) ausmacht.
Das Zertifizierungsverfahren zur Erlangung dieses Status´ wird von der Generaldirektion für Industrie und kleine und mittlere Unternehmen durchgeführt und erfordert die Vorlage einer Bescheinigung des Transport- oder Verteilernetzbetreibers, an das das Unternehmen angeschlossen wird, einer weiteren Bescheinigung des Systembetreibers (REE) und eines Berichts der nationalen Akkreditierungsstelle (ENAC).
Nach dem Gesetzesentwurf wird es eine staatliche Absicherung der Terminkontrakte mittels Fonds und Garantien iHv. 90 Mio Euro geben, die von der Spanischen Exportkreditversicherungsgesellschaft (Compañía Española de Seguros de Crédito a la Exportación - CESCE)  ausgestellt wird. Ziel des Entwurfs ist es, den PPA-Markt zu beschleunigen und den Strompreis zu reduzieren, um mit den Preisen in Frankreich und Deutschland, wo der Preis im Vergleich 10 bzw. 17 €/MWh günstiger ist, mithalten zu können. 

Durch die PPAs wird es elektrointensiven Verbrauchern letztlich ermöglicht, die Preisvolatilität ihrer Stromversorgung zu reduzieren und ihre Energiekosten an die der erneuerbaren Energien zu koppeln.