Gesetzesentwurf energieintensive Firmen

AUTOR: Christoph Himmelskamp

FECHA: 19.06.2020

Die neue spanische Regierungskoalition will Spanien zum Vorreiter auf dem Bereich der Erneuerbaren Energien machen. Der Entwurf des Klimaschutzgesetzes (Ley de Cambio Climático) sieht unter anderem neue Versteigerungen von jährlich 3.000MW vor. Das Gesetz wird aber wohl nicht vor Ende 2020 das Parlament und den Kongress passieren und es bleibt abzuwarten, inwieweit es noch verändert wird.

Bereits in dieser Woche soll aber ein Gesetzentwurf ins Parlament kommen und noch im April verabschiedet werden, der den energieintensiven spanischen Unternehmen auferlegt, 10% ihres Stromverbrauches über grün-Power Purchas Agreements (PPA) abzudecken.  Die PPA müssen mindestens eine Laufzeit von 5 Jahren haben und werden gegen Zahlungsausfälle der Unternehmen durch einen Garantiefond des spanischen Staates geschützt.

Nach der neuen Definition der Energieintensiven Unternehmen wird es ca. 610 dieser Unternehmen in Spanien existieren, deren gesamter Stromverbrauch 17% der nationalen Nachfrage (etwa 40.000 GWh/Jahr) ausmacht.

Nach dem Gesetzesentwurf wird es eine staatliche Absicherung der Terminkontrakte mittels Fonds und Garantien in Höhe von  90 Millionen  Euro geben, die von der Spanischen Exportkreditversicherungsgesellschaft (Compañía Española de Seguros de Crédito a la Exportación - CESCE)  ausgestellt wird. Ziel des Entwurfs ist es, den PPA-Markt zu beschleunigen und den Strompreis zu reduzieren, um mit den Preisen in Frankreich und Deutschland, wo der Preis im Vergleich 10 bzw. 17 €/MWh günstiger ist, mithalten zu können. 

Angesichts der in letzter Zeit unter Druck geratenen Strommarktpreise in Spanien, bietet sich hier für spanische PV-Anlagenbetreiber eine weitere Absatzmöglichkeit als Alternative zur reinen merchant Vermarktung´.

AKTUALISIERUNG Juni 2020:  

Das für den April angekündigte neue Gesetz zur Regelung der energieintensiven spanischen Unternehmen („ estatuto para la industria electrointensiva“) soll nach Willen des spanischen Kongresses in Kürze von der Regierung zur Abstimmung vorgelegt werden. Der Entwurf, welcher Anfang des Jahres vorgelegt wurde, sah unter anderem die Verpflichtung vor, dass die Energieintensiven Unternehmen  10% ihres Stromverbrauches über grün-Power Purchas Agreements (PPA) abzudecken haben.  Die PPA sollen mindestens eine Laufzeit von 5 Jahren aufweisen und werden gegen Zahlungsausfälle der Unternehmen durch einen Garantiefond des spanischen Staates geschützt.

Die PSOE hat in der Debatte des Kongresses auch bereits darauf hingewiesen, dass das Gesetz nur noch durch den „Consejo de Estado“ (Berater des Staates) genehmigt werden muss und dann verabschiedet werden kann. Möglicherweise kann dies noch vor dem Sommer geschehen.