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Das Finanzgesetz für 2021 wurde am 29. Dezember 2020 endgültig verabschiedet. Unter den neu beschlossenen Maßnahmen sind einige besonders erwähnenswert:

GEWINNBESTEUERUNG

Neutralisierung der steuerlichen Effekte durch freie Neubewertung bestimmter Vermögenswerte:
Ab dem 31. Dezember 2020 und bis zum 31. Dezember 2022 können Unternehmen, die ihre Sach- oder Finanzanlagen frei neu bewerten, von einer aufgeschobenen Besteuerung der erfassten Neubewertungsdifferenz profitieren. Dieser optionale Mechanismus besteht aus einem Steueraufschub für nicht abschreibungsfähige Anlagegüter und einer zeitlichen Staffelung der Besteuerung für abschreibungsfähige Anlagegüter.

Ausweiterung des Anwendungsbereichs des ermäßigten Steuersatzes für KMU:
Unternehmen mit einem Umsatz vor Steuern zwischen 7,63 Mio. EUR und 10 Mio. EUR sollen für einen Teil des Gewinns ein ermäßigter Steuersatz in Höhe von 15 % gewährt werden.

Schaffung einer Steuergutschrift bei Mietverzicht:
Vermieter, die sich bereit erklären, zugunsten von Unternehmen, die von der Gesundheitskrise betroffen sind, auf die Miete für den Monat November 2020 zu verzichten, können von einer Steuergutschrift in Höhe von 50 % der erlassenen Mieten profitieren.

UMSATZSTEUER

Zulassung der umsatzsteuerlichen Gruppenbesteuerung nach französischem Recht:
Ab dem 1. Januar 2023 können in Frankreich ansässige Steuerpflichtige, die wirtschaftlich, finanziell und organisatorisch eng miteinander verbunden sind, für die Bildung einer Umsatzsteuergruppe optieren. Diese Regelung soll ermöglichen, dass rechtlich selbständige Unternehmen aus umsatzsteuerlicher Sicht einen einzigen Steuerpflichtigen bilden. Eines der Mitgliedsunternehmen der Gruppe soll dazu die Melde- und Umsatzsteuerzahlungsverpflichtungen der Gruppe als Ganzes erfüllen.

Verallgemeinerung der Nutzung der elektronischen Rechnungsstellung und Verpflichtung zur Übermittlung bestimmter Daten an die Steuerbehörden in elektronischer Form: Diese neuen Verpflichtungen sollten wie folgt umgesetzt werden:
-  Ab 2023 Verpflichtung zur Annahme elektronischer Rechnungen für alle Unternehmen, ggf. über die vom Staat bereitgestellte öffentliche Plattform.
-  Zwischen 2023 und 2025, entsprechend der Größe des Unternehmens, schrittweise Verpflichtung zur Ausstellung von Rechnungen in elektronischer Form und zur Übermittlung von Daten im gleichen Format an die Steuerbehörden.

Verschiebung des Inkrafttretens der Umsatzsteuerregelung für den elektronischen Handel:
Die ursprünglich für Januar 2021 geplanten neuen Maßnahmen, wie die Einführung eines elektronischen One-Stop-Shops, der es den umsatzsteuerpflichtigen Plattformen des elektronischen Handels ermöglicht, die gesamte in jedem Mitgliedstaat anfallende Umsatzsteuer elektronisch zu erklären und zu entrichten, anstatt sich in jedem Verbrauchsmitgliedstaat registrieren lassen zu müssen, sollen auf den 1. Juli 2021 verschoben werden. Diese Maßnahmen werden von neuen Meldepflichten für steuerpflichtige E-Commerce-Betreiber begleitet.

Klärung der Umsatzsteuerregelung für komplexe Transaktionen: Transaktionen, die aus mehreren untrennbaren Bestandteilen unter verschiedenen Umsatzsteuerregelungen bestehen, stellen nach der Rechtsprechung des EuGH, die nun in nationales Recht übertragen wurde, einen einzigen Umsatz dar. Im Prinzip ist auf diesen einzigen Umsatz der höchste Umsatzsteuersatz in voller Höhe anzuwenden.

LOKALE STEUERN

Anpassung der lokalen Steuern für Unternehmen:
Im Jahr 2021 sollen der territoriale Wirtschaftsbeitrag („contribution économique territoriale“ oder „CET“) und die gezahlte Grundsteuer auf bebaute Grundstücke („taxe foncière sur les propriétés bâties“) deutlich gesenkt werden, (für die „cotisation sur la valeur ajoutée des entreprises“ oder „CVAE“ bedeutet dies eine Senkung um 50 Prozent), und der Höchstsatz der „CET“ soll von 3% auf 2% der Wertschöpfung gesenkt werden. Darüber hinaus kann die Gründung und Erweiterung von Betrieben für drei Jahre von der „CET“ befreit werden, vorbehaltlich einer Entscheidung der begünstigten lokalen Behörden.