Kontakt
Maximilian Egger

T: +33 1 42 89 98 38
Tel.: +49 1 42 89 98 38
E-Mail

Unterschiede der Rechnungslegung in Frankreich im Vergleich zu HGB und IFRS


Unterschiedliche Verbuchung

Der einheitliche französische Kontenrahmen „Plan Comptable" kennt zwei unterschiedliche Gruppen von Nachlässen: die „Rabais, Remise, Ristourne" und die „Escomptes".

  • „Rabais, Remise, Ristourne" sind verschiedene Arten von Nachlässen und Gutschriften, die während des Verkaufsprozesses gewährt werden – etwa Rabatte ab einem bestimmten Bestellvolumen. 
    • Sie mindern den Umsatz des Verkäufers bzw. die Kosten des Käufers. Folglich zeigt die Buchhaltung nach dem französischen Plan Comptable für den Verkäufer eine Reduzierung von Umsatz und Rohertrag, ebenso wie nach IFRS und HGB.
  • „Escompte" ist ein Skonto, das gewährt wird, wenn der Käufer vor Ablauf der Skontofrist bezahlt. Sofern keine explizite Skontovereinbarung mit dem Käufer besteht, verringert solch ein Skonto nicht den eigentlichen Gesamtbetrag der Rechnung.
    • Im französischen „Plan Comptable" wird diese Art von Nachlass beim Verkäufer als Finanzaufwand erfasst, weil er als Gebühr dafür gesehen wird, dass der Käufer den möglichen Lieferantenkredit einer späteren Zahlung nicht in Anspruch nimmt. Beim Käufer werden erhaltene Skonti entsprechend als Finanzertrag ausgewiesen. Daher wirken sich Skonti nach französischer Rechnungslegung weder auf das Bruttoergebnis („Marge brute") noch auf das „Résultat d'exploitation" (entspricht in etwa dem EBIT) aus. Insofern unterscheidet sich die französische Rechnungslegung von IFRS und HGB, bei denen Skonti den jeweiligen Umsatz bzw. Aufwand kürzen.

Auswirkungen auf die Finanzanalyse

Die unterschiedliche Verbuchung von Skonti beeinflusst die Ergebnisgrößen und Rentabilitätskennzahlen.

Je nachdem ob ein Unternehmen Skonti gewährt oder erhält, ändern sich Kennzahlen bei französischer Rechnungslegung gegenüber einer Rechnungslegung nach HGB – ceteris paribus – wie folgt:

Für Vergleichszwecke empfehlen wir, Kennzahlen stets auf der Basis von Umsatz- und Aufwandszahlen nach Abzug sämtlicher Preisnachlässe zu betrachten, da sie so näher an einer Cash-Betrachtung liegen.